Trau nicht dem Ort an dem kein Unkraut wächst
Trau nicht dem Ort an dem kein Unkraut wächst

 

Für unseren Gärtner Martin Höfft ist Permakultur die nachhaltigste Form der Landwirtschaft und des modernen Lebens auf und mit der Erde. Die Konzepte und Methoden schließen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen ein und bieten Anleitungen, unseren Lebensraum in all diesen Bereichen nachhaltig zu optimieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht um das Maximieren eines kurzfristigen Ertrags, sondern um die kontinuierliche Verbesserung der Lebensbedingungen aller Beteiligten (und deren Nachkommen).

 

Ein Permakultur-Garten ist ein Ökosystem, das das ganze Jahr über und möglichst viele Jahre lang "in Betrieb" ist. Kulturpflanzen werden nach der Ernte nicht sofort entfernt oder durch neue ersetzt. Ziel ist ein Lebensraum, welcher sich mit den gegebenen Resourcen und minimalen Eingriffen weitestgehend selbst reguliert und nachhaltig im Gleichgewicht hält. Der Platz zwischen den einzelnen Pflanzungen soll möglichst rund ums Jahr mit Zwischenkulturen, Beikräutern oder Biomasse (einer Mulchdecke aus abgestorbenem Pflanzenmaterial) bedeckt und damit geschützt sein. Der Boden wird nur oberflächlich bearbeitet und möglichst nicht umgegraben. Manche Kulturen bleiben auch nach der Ernte stehen und vermehren sich durch Wurzelausläufer oder Selbstaussaat weiter. Ausgerupftes Unkraut bleibt im Beet, damit die verrottende Biomasse den Boden bereichern kann.

 

Welche Pflanzen man anbaut, hängt von persönlichen Vorlieben ab, aber auch von der eigenen Offenheit, sich von der Natur überraschen zu lassen. Wer sich Zeit nimmt, die eigenen Erfolge und Misserfolge zu beobachten, wird feststellen, dass manche Pflanzenarten am besten wachsen, wenn man sie in Ruhe lässt (z.B. Wilde Rauke), während andere sehr viel Pflege und Aufmerksamkeit benötigen (z.B. Tomaten). Ein Permakultur-Gärtner versucht stets ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den einzelnen Pflanzen und seinen eigenen Fähigkeiten und Vorlieben sowie denen seiner Mitgärtner zu entwickeln. Jeder Permakultur-Garten ist somit eine einzigartige Symbiose zwischen Mensch und Natur. Diese Anbaumethode ist nach einiger Zeit nachhaltiger als alle anderen bekannten Anbausysteme, weil sich das Ökosystem so vervielfältigt und bereichert, anstatt sich zu erschöpfen.

 

Im Permakulturgarten des Café Botanico haben wir uns auf Wildpflanzen und seltenere Gemüsesorten spezialisiert, die gerade in der Stadt sonst nicht so leicht zu finden sind. Der Garten zusammen mit dem Café soll für eine bunte, vielfältige und uns freundlich gestimmte Natur werben, die uns einlädt, mit ihr in Harmonie zu leben. 

 

Hier einige der Anbaukriterien, die bei uns umgesetzt werden:

 

- Bodenverbesserung:

Zum Schutz des Bodenlebens und der Bodenstruktur wird nur oberflächlich gehackt und nicht umgegraben... (mehr)

 

- Artenvielfalt und Bio-Diversität:

Vielfalt statt Monokultur ...(mehr)

 

- Mehrjährige Kulturen, Stauden und Gehölze

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- Biologischer Anbau ist einfacher, billiger, gesünder, natürlicher und umweltfreundlicher als der konventionelle Anbau mit Pestiziden und chemischen Düngemitteln ... (mehr)

 

- Nachhaltigkeit

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- Agrarsubventionen

Das Café Botanico steht für Subsistenzwirtschaft und lokale Ernährungssouveränität. Wir erhalten keinerlei Agrar-Subventionen und produzieren lediglich für die eigene Küche und die Gastronomie vor Ort. Zugekaufte Produkte stammen zu einem großen Teil von bäuerlichen und handwerklichen Direktvermarktern. Damit möchten wir eine Land- und Nahrungsmittelwirtschaft vorstellen, die sich allmählich von der industriellen Lebensmittelproduktion abkoppelt... (mehr).