Die reichen Länder des Nordens (USA und EU) subventionieren ihre Landwirtschaft mit ungefähr 1 Milliarde US$ pro Tag. Dadurch werden Dumpingpreise auf dem Weltmarkt finanziert, mit denen die nicht subventionierten Bauern besonders aus den Ländern des Südens nicht mithalten können. Auf afrikanischen Märkten kosten die aggressiv vermarkteten Agrarerzeugnisse aus der EU oft noch weniger als die vor Ort von der einheimischen Bevölkerung produzierten Waren.

 

Die Folgen sind katastrophal: In Europa hat diese Agrarpolitik zum Aussterben kleinbäuerlicher Strukturen zugunsten industrieller Landwirtschaftsunternehmen und zu der bekannten Verödung weiter Teile unserer Kulturlandschaft geführt. In den Ländern des Südens, deren Bevölkerung ja gößtenteils von der Landwirtschaft lebt, sind die Folgen dramatischer: Immer noch hungert jeder achte Mensch auf der Welt, und das, obwohl unsere Erde auf den heute bestehenden landwirtschaftlichen Nutzflächen 12 Milliarden Menschen ernähren könnte.

 

Und zwar durch lokale Ernährungs- und Produktionssouveränität und nicht - wie oft behauptet wird - durch hoch-technologisierte und kapitalintensive Produktionsweisen und transnationale Vermarktungsstrukturen, von denen in der Regel nur kapitalstarke Großkonzerne oder externe Investoren profitieren können.

 

Die ökologischer Gärtnerei des Café Botanico steht für Subsistenzwirtschaft und lokale Ernährungssouveränität. Wir erhalten keinerlei Agrar-Subventionen und produzieren lediglich für die eigene Küche und die Gastronomie vor Ort. Zugekaufte Produkte stammen zu einem großen Teil von bäuerlichen und handwerklichen Direktvermarktern. Damit möchten wir eine Land- und Nahrungsmittelwirtschaft vorstellen, die sich allmählich von der industriellen Lebensmittelproduktion abkoppelt. Unser  Essen wird dadurch erst abwechslungsreich, schmackhaft und außerdem preiswert!